Februar 2008


Wir sind mitten im Rebschnitt und es dauert heuer ziemlich lange. Zwar schneidet man einen Weingarten im 2. Jahr nach der „Übernahme“ schon viel leichter und schneller als im ersten, dafür sind wieder neue Flächen dazugekommen, wo wir uns ziemlich schwer tun. Im Gegensatz zum Vorjahr sind die neuen Weingärten zwar tip-top in Ordnung und man kann sich jetzt schon auf die Lese freuen. Aber teilweise haben die Vorpächter andere „Erziehungsmethoden“ angewandt an die wir uns erst gewöhnen müssen. Bis jetzt war in allen unseren Weingärten die „2-Bogen-Erziehung“ anzutreffen. Das bedeutet von jedem Stock geht links und rechts ein „Zweig“ (= Bogen) mit ca. 6 „Knospen“ (= Augen) weg, der dann – bogenförmig – an den Draht geheftet wird. Bei unseren neuen Weingärten ist das System auf einen Bogen/ Strecker reduziert. Die Belastung pro Stock ist geringer und das spiegelt sich in der Qualität wider. Eigentlich eine feine Sache aber eben sehr gewöhnungsbedürftig. Das extrem warme Wetter (bis zu 18 Grad C) der letzten und kommenden Tage berunuhigt mich etwas, aber noch wissen die Weinstöcke was sich gehört und verharren in ihrer Winterruhe. Wenn wir nicht in den Weingärten sind, dann im Keller um die Weißweine 2007 schön langsam auf ihren Weg in die Flasche vorzubereiten.

Zwischendurch möchten und müssen wir auch ein bischen Geld verdienen und deswegen gibt es kommendes Wochenende wieder „Ab Hof – Verkauf“ in Hagenbrunn.

Samstag von 10:00 bis 17:00 Uhr und Sonntag von 14:00 bis 17:00 Uhr. Vielleicht schon im Garten !

Der 25. Februar ist ein sehr erfreulicher Tag in der jungen Geschichte der Weinmanufaktur Seefranz. Seit heute sind wir im Lebensmittel-Handel vertreten.

Wie, wo, was, wann ? – alles der Reihe nach:

Im Oktober vergangenen Jahres sperrte unser letzter Korneuburger Fleischhauer -  Pfennigbauer  – seinen Betrieb zu. Allerdings eröffnete am 29. November 2007 der Hollabrunner Fleischhauer Hofmann in den selben Räumen sein bereits 5. Fachgeschäft. Und dieses Geschäft ist eine echte Bereicherung für unsere Stadt. Neben Schinken, Fleisch und Wurst gibt es täglich Mittagsmenüs, ein hervorragendes Beuschl aber auch verschiedene Vorarlberger Käsesorten. Ganz nach dem Motto der Familie Hofmann „Aus Leidenschaft zum Weinviertel – mein Viertel“ bieten sie auch viele Spezialitäten an, die hervorragend zu unseren Weinviertler Weinen passen. Und es gibt eben auch die passenden Weine in den Geschäften. In Korneuburg nun auch 2 „Seefränze“ den Grünen Veltliner „Theresa ´07″ und den Blauburger Aichleiten 2006. Und beide zu Ab Hof-Preisen ! Egal ob gleich nach dem Trauma – Besuch oder vor der dem ersten heurigen Grillevent. Ab zum Fleischer Hofmann und Seefranz-Wein mitnehmen.  Mehr Infos zu Hofmann gibt es auf http://www.weinviertler-fleischerei.at/

Ich, der Quereinsteiger-Winzer, habe mich immer für ziemlich innovativ gehalten, zumindest bis heute. Auch weil unsere weinbauliche Tradition nur bis ins Jahr 2005 zurückgeht. Unbelastet von „das war schon immer so“ und „das haben wir immer so gemacht“, habe ich mich z.B. ziemlich rasch zu 100% dem Schraubverschluss verschrieben. Auch sehe ich meinen zukünftigen Weinkeller nicht als feucht-kalte Röhre in den Lehm gegraben, sondern als betonierte Halle in der Ebene mit Kunststoffpaneelen verkleidet – unromantisch aber praktisch.

In der heutigen Mittagspause war ich wieder mal im Wein-Web unterwegs, unter anderem auf folgender Seite: jaques.at Eine Weinhandelskette, die zur Hawesko Gruppe gehört und mittlerweile auch in Wien einige Filialen betreibt. Im Menü stieß ich dort auf den Begriff „Weinschläuche“, überrascht, dass ein Weinhändler Kellerei-Artikel führt klickte ich dorthin -
und war dann noch mehr überrascht. Mir ist zwar bekannt, dass Tetrapak technisch betrachtet eine durchaus vernünftige Verpackung für Wein ist, auch dass man einfache Weine, vor allem aber Traubensaft für die Gastronomie in „Bag in Boxes“ anbietet. Aber eine gute Auswahl von Weinen (rot & weiß, alte & neue Welt) für den Endverbraucher wo die 5l-Box bis zu € 26,00 kostet überrascht mich dennoch. Anscheinend funktioniert das Konzept mit den Bag-in-Boxes sonst hätte der größte Weinhändler Europas nicht schon über 10 verschiedene Weinschläuche alleine in Österreich auf dem Markt. Die Vorteile günstiger Preis, einfache Handhabung, lange Lagerfähigkeit der geöffneten Packung sprechen für sich. Nun aber meine Frage an die lieben Leser: Haben Sie schon Erfahrung damit? Was halten sie davon? Wer möchte „Seefranz“-Weine in der 5l-Bag in Box für die nächste Grillparty?

Definition laut Wikipedia: Die Bag-in-Box besteht aus einem Innenbeutel aus Folienverbundmaterial (z.B. Aluminium/HDPE oder Polyethylen in Verbindung mit Ethyl-Vinyl-Alkohol/EVOH) der mechanisch durch einen Wellkarton gestützt und geschützt wird.

PS: Ich bin prinzipiell gegen Anglizismen aber „Weinschlauch“ klingt schon ziemlich boch´n/doof im Vergleich zu „Bag in Box“.

Heute gesehen auf www.localwineevents.com:

Weinmanufaktur Seefranz

33 Weinmanufaktur Seefranz

By: Matthias Seefranz
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Storys, views and opinions of an autodidact wine-grower in Lower Austria
 
http://weinmanufaktur.wordpress.com/