Ich, der Quereinsteiger-Winzer, habe mich immer für ziemlich innovativ gehalten, zumindest bis heute. Auch weil unsere weinbauliche Tradition nur bis ins Jahr 2005 zurückgeht. Unbelastet von „das war schon immer so“ und „das haben wir immer so gemacht“, habe ich mich z.B. ziemlich rasch zu 100% dem Schraubverschluss verschrieben. Auch sehe ich meinen zukünftigen Weinkeller nicht als feucht-kalte Röhre in den Lehm gegraben, sondern als betonierte Halle in der Ebene mit Kunststoffpaneelen verkleidet – unromantisch aber praktisch.
In der heutigen Mittagspause war ich wieder mal im Wein-Web unterwegs, unter anderem auf folgender Seite: jaques.at Eine Weinhandelskette, die zur Hawesko Gruppe gehört und mittlerweile auch in Wien einige Filialen betreibt. Im Menü stieß ich dort auf den Begriff „Weinschläuche“, überrascht, dass ein Weinhändler Kellerei-Artikel führt klickte ich dorthin -
und war dann noch mehr überrascht. Mir ist zwar bekannt, dass Tetrapak technisch betrachtet eine durchaus vernünftige Verpackung für Wein ist, auch dass man einfache Weine, vor allem aber Traubensaft für die Gastronomie in „Bag in Boxes“ anbietet. Aber eine gute Auswahl von Weinen (rot & weiß, alte & neue Welt) für den Endverbraucher wo die 5l-Box bis zu € 26,00 kostet überrascht mich dennoch. Anscheinend funktioniert das Konzept mit den Bag-in-Boxes sonst hätte der größte Weinhändler Europas nicht schon über 10 verschiedene Weinschläuche alleine in Österreich auf dem Markt. Die Vorteile günstiger Preis, einfache Handhabung, lange Lagerfähigkeit der geöffneten Packung sprechen für sich. Nun aber meine Frage an die lieben Leser: Haben Sie schon Erfahrung damit? Was halten sie davon? Wer möchte „Seefranz“-Weine in der 5l-Bag in Box für die nächste Grillparty?
Definition laut Wikipedia: Die Bag-in-Box besteht aus einem Innenbeutel aus Folienverbundmaterial (z.B. Aluminium/HDPE oder Polyethylen in Verbindung mit Ethyl-Vinyl-Alkohol/EVOH) der mechanisch durch einen Wellkarton gestützt und geschützt wird.
PS: Ich bin prinzipiell gegen Anglizismen aber „Weinschlauch“ klingt schon ziemlich boch´n/doof im Vergleich zu „Bag in Box“.